Abschalten können auch Sie lernen

Abschalten ist wichtig für Körper und Geist

Vielen Menschen haben Probleme, den Feierabend zu genießen und ihn nicht einfach als Fortsetzung des Arbeitstages zu sehen. Das Problem: Um langfristig psychisch und physisch fit zu bleiben, benötigen Sie das richtige Maß aus An- und Entspannung. Abschalten, das bedeutet den Ärger über den Kollegen am Abend zu vergessen, sich nicht mehr länger über den stressenden Chef aufzuregen und auch keine Akten mit nach Hause zu nehmen. In den Zeiten der ständigen Erreichbarkeit durch digitale Kommunikationsmittel, wird das für die Angestellten und Selbständigen aber immer schwieriger. Viele Menschen sind quasi rund um die Uhr erreichbar. Für den Körper bedeutet das, niemals in einen Zustand der Entspannung zu kommen. Stattdessen befinden Sie sich andauernd in Alarmbereitschaft, der Körper schüttet Adrenalin aus und es entsteht Stress. Das bedeutet nicht nur eine psychische Belastung, sondern verursacht auf Dauer auch physische Probleme. Hierzu gehören z.B.:

  • anhaltend hohes Stresslevel im Körper
  • erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko
  • Schlafstörungen
  • stressbedingte Erkrankungen, zum Beispiel Rückenbeschwerden oder Burnout-Syndrom
  • Stimmungsschwankungen
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • nachteilige Effekte auf soziale Beziehungen

Das Abschalten ist ein ungemein wichtiger Bestandteil der Krankheitsprävention und sollte daher auch im Interesse der Unternehmen stehen.

Was bedeutet „Abschalten“?

Es sind vor allem das Handy und Tablet, die das Abschalten heutzutage so schwierig machen. Nur mal kurz die E-Mails checken, nur kurz ein Telefonat vor dem Essen – ein großer Fehler. Schlussendlich ist nämlich nicht die Menge der Arbeit für Ihre Gesundheit entscheidend, sondern die Länge der Pausen. Doch selbst wenn sie augenscheinlich nicht arbeiten, kreisen bei vielen Menschen die Gedanken immer noch um die Erlebnisse des Tages, den Streit mit dem Kollegen oder Chef oder die Papierstapel auf dem Schreibtisch im Büro, die auf Erledigung warten. In einer bei Statista veröffentlichten Studie, die von der DGB-Index GmbH in Auftrag gegeben wurde, gaben 34 Prozent der Befragten an, nach Feierabend Probleme mit dem Abschalten zu haben. Auffallend ist dabei, dass es bei Frauen sogar 43 Prozent sind, während sich Männer mit nur 29 Prozent bei diesem Thema deutlich leichter zu tun scheinen.

Es gibt zahlreiche Spekulationen um das Thema „Abschalten“ und weshalb immer mehr Menschen diese Fähigkeit offensichtlich verloren haben. Eine Theorie lautet:

Die Flexibilisierung der Arbeit durch die fortschreitende Digitalisierung sowie die ständige Erreichbarkeit führen dazu, dass Arbeitnehmer immer seltener Abschalten können

Doch ist diese Aussage richtig? Experten sind hier geteilter Meinung: Einerseits ist es durchaus richtig, dass die ständige Erreichbarkeit eine stetige Anspannung erwirkt und langfristig zu psychischen Problemen bis hin zum Burnout-Syndrom führen kann. Andererseits bringt die Flexibilisierung der Arbeit aber auch zahlreiche Vorteile mit sich. Zumindest dann, wenn der Mitarbeiter hinsichtlich der Einteilung seiner Arbeitszeit mehr Freiheiten genießt. Die Soziologinnen Phyllis Moen und Erin Kelly fanden in einer an der University of Minnesota durchgeführten Studie nämlich heraus, dass Mitarbeiter produktiver und gesünder sind, je mehr Flexibilität sie hinsichtlich ihrer Arbeitszeiten genießen. Sie klagten zudem deutlich seltener über Schlafprobleme, fühlten sich energiegeladener und verzeichneten weniger Konflikte im Alltag, vor allem innerhalb der Familie. Wieso? Weil die Probanden ihren Schlafrhythmus individuell wählen, wenn sie sich einmal nicht wohlfühlen einfach im Home-Office arbeiten und so auch mehr Zeit mit der Familie verbringen konnten.

Die Digitalisierung und damit einhergehende Flexibilisierung der Arbeit ist daher in erster Linie nicht unbedingt negativ zu betrachten. Allerdings verstärkt die häufig vom Arbeitgeber eingeforderte ständige Erreichbarkeit durchaus stressbedingte Krankheiten psychischer und physischer Art – weil die Arbeitnehmer das Abschalten verlernen. Das Abschalten des Laptops, des Smartphones, aber auch ihrer Gedanken, Sorgen oder Emotionen hinsichtlich der Arbeit.

Wenn auch Sie zu den 43 Prozent der Frauen oder 29 Prozent der Männer gehören, die Probleme mit dem Abschalten haben, ist es jetzt an der Zeit zu handeln. Wie? 10 Tipps dazu folgen in den kommenden Tagen – Schauen Sie einfach vorbei

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